5 ½ Fragen an Dr. Georg Schroth

Mit der Firma NavVis und seinem Team stellte Georg Schroth ein beeindruckendes Projekt auf die Beine: Die Digitalisierung von Innenräumen wie Fabriken, Bürogebäuden oder auch Flughäfen. Mit seiner Idee bekam das Unternehmen bereits globale Aufmerksamkeit. Mit seiner Arbeit hat er Konrad Best, Leiter des Digitalteams des Münchner Flughafens überzeugt, der ihn für unsere 5 ½ Fragen zu seinem Projekt und dem digitalen München nominiert hat.

MWW: Hallo Georg, kannst du dich kurz vorstellen und erzählen, was du so machst?

Dr. Georg Schroth im Interview

Dr. Georg Schroth (© NavVis)

GEORG: Als CTO von NavVis bin ich für die Entwicklung unserer Produkte zur digitalen Bewirtschaftung von Gebäuden verantwortlich.

NavVis wurde 2013 in München als Spin-off des Lehrstuhls für Medientechnik der TU München gegründet. Mit Robert Huitl und Sebastian Hilsenbeck habe ich gemeinsam an einem GPS für Indoors geforscht, das ohne zusätzliche Infrastruktur wie Bluetooth Beacons klarkommt. Dabei haben wir uns eine Lösung von der Natur abgeschaut: Wie wir Menschen erkennt unser System die Umgebung visuell mit der Handy-Kamera und weiß so metergenau wo wir uns befinden!

Nach einigen Jahren Forschung sind uns wichtige Durchbrüche gelungen und wir haben uns entschieden gemeinsam mit Felix Reinshagen (einem Segelfreund und ehemaligen Berater bei McKinsey) die Firma zu gründen.

MWW: Mit NavVis gestaltest du in Münchner aktiv die Digitalisierung. Was genau steht hinter diesem Projekt?

GEORG: Mit der Gründung von NavVis haben wir schnell erkannt, dass für die Digitalisierung von Innenräumen mehr als ein „Indoor-GPS“ notwendig ist. Eine aktuelle Karte und eine einfache Möglichkeit von überall und jedem Gerät darauf zuzugreifen ist mindestens genauso wichtig. Mittlerweile bietet NavVis eine vollständige Lösung an: Mit einer extrem schnellen 3D Kartierung über eine Darstellung der 3D Karten im Web bis hin zur visuellen Indoor Positionierung können jetzt Gebäude wie Fabriken, Lager, Malls, Bürogebäude oder Flughafen an einem Wochenende digitalisiert und damit mit ihnen interagiert werden.

MWW: Das Motto der Münchner Webwoche 2017 lautete „Game Changer Digitalisierung“. Ist München deiner Meinung nach ein Game Changer in Bezug auf die Digitalisierung? Welches Potenzial schlummert deiner Meinung nach in unserer Stadt als Digital- und Kreativstandort?

GEORG: Absolut! Mit seinen zwei ausgezeichneten Universitäten und der unmittelbaren Nähe zu Weltkonzernen wie BMW, Siemens und Allianz haben echte Tech-Startups in München ein einmaliges Umfeld um die Digitalisierung von B2B-Prozessen voranzutreiben. Celonis, Konux, oder auch Simscale machen das zum Beispiel vor.

MWW: Welche Möglichkeiten siehst du für jeden Einzelnen in München, sich selbst einzubringen und die Digitalwirtschaft, die Szene und den Standort zu stärken?

GEORG: Sehr viele! Berliner E-Commerce Startups genießen immer noch große Aufmerksamkeit. Dabei leisten meist die etwas unbekannteren, echten Tech-Startups einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Gerade auch in B2B-Geschäftsmodellen. Dort mit anzupacken und die Herausforderungen anzugehen macht München groß.

MWW: Die Münchner Webwoche lebt vom Engagement jedes Einzelnen. Warst du mit einem eigenen Event dabei oder hast du an einem teilgenommen?

GEORG: Klar, war ich auf der Webwoche im Mai dabei!

MWW: Und nun die „halbe“ Staffelfrage: Von welcher Persönlichkeit der digitalen Szene Münchens würdest du an dieser Stelle gerne 5 ½ Antworten lesen?

GEORG: Gerne nominiere ich Dr. Lothar Stein, ehemaliger Direktor von McKinsey Deutschland und einer der wichtigsten Münchener Business Angels. Er hat dazu beigetragen, einige der wichtigsten Tech-Startups aus der Taufe zu heben.

MWW: Vielen lieben Dank für deine Zeit!


[„5einhalb Fragen an…“ ist ein festes Format dieses Blogs. Wir wollen den großen und kleinen Gestaltern der Digitalwirtschaft Bühne und Forum sein. Die Interviewreihe räumt Platz dafür ein, dass sich engagierte Persönlichkeiten der Szene mit ihren Projekten vorstellen können.]