5einhalb Fragen an Joachim Graf

Joachim Graf

Joachim Graf, ein Name hinter dem Vieles steckt: Herausgeber, Publisher, Künstler, Dozent, Lehrbeauftragter, Keynote-Sprecher, Zukunftsforscher, Startup-Berater sowie Ehemann, Vater und Opa. Mit Zukunftsthing – bestehend aus einer Zukunftskonferenz und einem Diskussionszirkel – sucht er gemeinsam mit den Teilnehmern auf der Münchner Webwoche die Beantwortung auf die Frage nach einem Deutschland in 25 Jahren.

MWW: Hallo Joachim, kannst du dich kurz vorstellen und erzählen, was du so machst?

JOACHIM GRAF: Nö. Mache ich nicht. Ich werde weder erzählen, dass ich als Zukunftsforscher seit 25 Jahren die digitalen und interaktiven Welten analysiere (www.ibusiness.de), noch, dass ich als Künstler (www.kunst-gegen-den-strich.de) und Blogger unterwegs bin. Geheim bleibt auch, dass ich diverse Projekte in Afrika mache (http://www.akabanga.de).

MWW: Mit iBusiness wirkst du sehr zukunftsorientiert in der Münchner Digitalszene mit. Was genau steht hinter diesem Projekt und wie kam es dazu?

JOACHIM: Mein Partner Daniel Treplin und ich konnten uns anfangs nicht entscheiden, ob wir uns auf Bankraub, Piraterie und Strandüberfälle spezialisieren sollten oder ein ehrbares Gewerbe angehen sollten – Weltherrschaft beispielsweise. Nach einem Blick auf die Bankenlandschaft war uns klar, dass wir in diesem Bereich immer Amateure bleiben würden. Weltherrschaft war uns dann ein zu langweiliger Verwaltungsjob. Dann haben wir das genommen, was wir schon konnten – Journalismus nämlich – haben das dazu getan, was wir auch schon konnten – dieses ganze Internet-Zeug. Damit fingen wir an, all denjenigen, die mit diesem Digitalkram Geld verdienten (oder es zumindest fest vorhatten) zu sagen, wo der Hase hinlaufen wird. Und weil wir seit 25 Jahren eine Trefferquote von 80 Prozent haben, sind wir damit überraschenderweise nicht völlig unerfolgreich.

MWW: Zurückblickend auf deinen großen Erfahrungsschatz, welches Potenzial siehst du in München als Digital- und Kreativstandort?

JOACHIM: München ist nicht so cool wie Berlin und so bankerreich wie Frankfurt. München ist nicht so verlagsnäsig wie Hamburg und auch nicht so werbe-hip wie Düsseldorf. Wenn es aber eine Nerd-Hauptstadt in Deutschland gibt, dann ist das München. Außerdem wollen die Leute hier lieber Geld verdienen als Tischkicker spielen. Müssen sie auch – bei den hohen Mieten. Das führt zu deutlich geerdeteren Interaktiv-Projekten und -Unternehmen als in anderen Städten dieser Republik.

MWW: Siehst du Möglichkeiten in München, sich selbst in die Digitalwirtschaft einzubringen und so die Szene und den Standort zu stärken?

JOACHIM: Ja.

MWW: Dieses Jahr beteiligst du dich mit der iBusiness Party an der Münchner Webwoche. Was können wir uns darunter vorstellen?

JOACHIM: Wir machen zweierlei: Unser Zukunfthing 2041 soll die Strategen der deutschsprachigen Digitalwirtschaft zusammenbringen, damit wir mit diesen gemeinsam einen halben Tag lang darüber nachdenken können, wie das Digitale Deutschland in 25 Jahren aussieht – und wie wir dahin kommen. Ein spannendes, kleines und vor allem neues Format – irgendwo angesiedelt zwischen Barcamp und Highend-Konferenz. Und danach gibt es wieder unsere jährliche iBusiness Party – traditionell das Familienfest der Münchner Digitalszene. Mit allen aus allen Teilgebieten. Diesmal als 25-Jahre-Geburtstagsparty.

MWW: Und nun die „halbe“ Staffelfrage: Von welcher Persönlichkeit der digitalen Szene in München würdest du an dieser Stelle gerne 5einhalb Antworten lesen?

JOACHIM: War Klaus Eck schon dran? Der fehlt doch bei sowas nie?

MWW: Vielen lieben Dank!


[„5einhalb Fragen an…“ ist ein festes Format dieses Blogs. Wir wollen den großen und kleinen Gestaltern der Digitalwirtschaft Bühne und Forum sein. Die Interviewreihe räumt Platz dafür ein, dass sich engagierte Persönlichkeiten der Szene mit ihren Projekten vorstellen können.]

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