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Veronika Riederle: Neue Datenschutz-Grundverordnung kann Herausforderungen für KI-Startups darstellen

Frau Riederle, Sie sind Mit-Gründerin und Geschäftsführerin bei Demodesk. Es handelt sich hierbei um eine Screen-Sharing-Technologie, die Inside Sales und Support für B2B SaaS revolutionieren soll.  Um solch ein Projekt auf die Beine zu stellen, bedarf es einer soliden Finanzierung. Sie haben unter anderem an der Columbia University in New York studiert und wissen, dass es in den USA meist einfacher ist, Seed Capital oder Venture Capital zu erhalten.

 

Frage: Wie war das hier in München? War es für Sie einfach, in Bayern Fördergelder zu erhalten? Können Sie uns über Ihre Erfahrungen berichten.

Antwort: Wir werden seit dem 1. Oktober 2017 durch EXIST gefördert, ein Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die Förderung umfasst ein Grundgehalt für bis zu drei Gründungsmitglieder, finanzielle Mittel für Coaching- und Sachleistungen sowie Unterstützung durch Mentoren und Coaches über 12 Monate. Um als förderfähig zu gelten, muss man bestimmte Bedingungen erfüllen und der Antrag ist relativ anspruchsvoll und zeitaufwendig. Durch unser starkes Gründernetzwerk in München hatten wir glücklicherweise Hilfe bei der Erstellung des Antrags, was uns den ganzen Prozess definitiv einfacher gemacht hat. Darüber hinaus nutzen wir auch Start-up Wettbewerbe und Programme (z.B. XPRENEURS, Unternehmertum, Gründerwettbewerb).

 

Frage: Wie ist die Stimmung bei Bayerns Start-up Unternehmen? Haben Sie das Gefühl, es gibt genügend Unterstützung? Glauben Sie, dass sich Bayern jemals zu einem „Silicon Valley“ entwickeln kann? Oder gibt es andere Regionen in Deutschland, in denen Start-ups schneller und großzügiger gefördert werden?

Antwort: In unserem persönlichen Netzwerk ist die Stimmung sehr positiv und es gibt relativ viel Unterstützung. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass wir beide am CDTM (einem gründungs-orientierten Zusatzstudium an der LMU/TU München) studiert haben. Einige erfolgreiche deutsche Unternehmensgründungen kommen aus dem CDTM Netzwerk (z.B. egym, Outfittery, Amiando, Kinexon, Freeletics). Die Münchner Gründerszene ist im Vergleich zu Berlin allerdings immer noch recht überschaubar. Insgesamt geht die Anzahl der Gründer in Deutschland leider kontinuierlich zurück – im Jahr 2001 waren es 1.6 Mio, in 2016 nur noch 0.7 Mio.

Von einem „Silicon Valley“ sind wir hier in Bayern noch weit weg. In USA gab es in 2016 mehr als 50 Mrd. Euro VC Investment, in Deutschland flossen lediglich 2 Mrd. Euro in Startups. Das liegt zum einen sicherlich an der Größe des amerikanischen Marktes und der Macher-Mentalität der Amerikaner, zum anderen auch an der deutlich größeren Offenheit der amerikanischen Unternehmen für neue Software-Technologien und einer schnelleren Migration in die Cloud.

 

Frage: Was ist das Besondere an der Geschäftsidee von Demodesk? Welches „Problem“ möchten Sie lösen und was ist Ihr Ziel?

Antwort: Wir haben eine webbasierte Screen Sharing Technologie entwickelt, die Probleme von herkömmlichen Screen Sharing Lösungen für Cloud-Anwendungen beseitigt – die notwendige Installation auf dem Endgerät, Probleme mit Firewalls, langsame und stockende Übertragung bei nicht optimaler Internetverbindung, Datenschutz Probleme durch notwendiges Teilen des gesamten Desktops, sowie zahlreiche weitere anwendungsspezifische Nachteile. Durch Einführung einer cloudbasierten Zentralinstanz ermöglicht Demodesk hochwertiges Screen Sharing über einen Browser, funktioniert ohne Installation auf jedem Endgerät und kann selbst komplexeste Anwendungen verzögerungsfrei und mit erheblich gesteigerter Übertragungsrate transferieren.

 

Frage: Wie geht es jetzt für Demodesk weiter? Ist eine schnelle Expansion geplant? Und wenn ja, ist es für Sie mit der Förderung durch EXIST jetzt einfacher geworden, in Bayern an VC zu gelangen?

Antwort: Wir befinden uns noch in der Seed Stage und fokussieren uns momentan stark auf die Weiterentwicklung unseres Produktes. Eine Finanzierungsrunde ist erst in der zweiten Jahreshälfte geplant. Ob es durch EXIST einfacher wird an Finanzierung zu gelangen können wir noch nicht sagen. Mit Sicherheit befinden wir uns aber in einer deutlich besseren Verhandlungsposition, da das Produkt ausgereifter ist als es ohne die Unterstützung durch EXIST wäre – ohne die Förderung hätten wir deutlich früher Kapital aufnehmen müssen.

 

Frage: Wie sieht es in Deutschland mit der juristischen Seite für Start-up Unternehmen ihrer Meinung nach aus? Sowohl bei Ihnen als auch bei anderen Unternehmen geht es um Geschäftsmodelle, die mit Metadaten, Advanced Analytics etc. arbeiten. Wie wirkt sich hier z.B. die neue Datenschutzverordnung auf das Geschäftsmodell aus?

 

Antwort: Diesbezüglich haben europäische Startups definitiv einen Nachteil gegenüber den USA. Startups in USA können deutlich schneller und unkomplizierter Prototypen entwickeln und mit Kunden testen, für die Verarbeitung und Analyse von kundenbezogenen Daten essentiell sind. Obwohl wir das Grundprinzip der neuen Datenschutzverordnung vollkommen unterstützen und als sinnvoll erachten, erschwert es dennoch einen schnellen Marktzugang.

 

Erleben Sie Veronika Riederle live am 25.4.2018, ab 18 Uhr!

Anmeldung und weitere Infos zum Zweiten Münchner Digital Dialog unter:

http://muenchner-webwoche.de/2_digital-dialog/

 

 

 

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Christoph Weigler: Wir müssen unsere Haltung gegenüber digitalen Innovationen überdenken

Herr Weigler, Sie sind seit Oktober 2015 bei Uber tätig und leiten seit August 2016 als General Manager das Geschäft von Uber in Deutschland. Mit Ihren beruflichen Stationen in China und im Silicon Valley haben Sie einen sehr weiten Blickwinkel auf das Thema Digitalisierung.

Frage: Im Vergleich zu China hinken wir in Deutschland, in Bayern, bei der Digitalisierung hinterher. Das Handelsblatt titelt Ende Februar 2018 „Deutsche Unternehmen werden nicht mehr lange mit Innovationen aus China Schritt halten.“ Wird die deutsche Industrie jetzt wirklich abgehängt?

Antwort: Deutschland ist nach wie vor eine der führenden Industrienationen der Welt. Wenn Sie beispielsweise die Automobilbranche, den Maschinenbau oder auch die chemische Industrie ansehen, sind wir spitze. Klar ist aber auch: Deutschland muss die Trends der Zukunft mitgestalten, wenn es weiterhin vorne mit dabei sein will. In einigen Bereichen sind Innovationen da sicherlich noch unterentwickelt. So sehen wir zum Beispiel im Bereich der urbanen Mobilität, dass neue Nutzungskonzepte jenseits von Car Sharing noch sehr rar sind. Deutschland kann und muss hier und an anderen Stellen sicher noch einen Gang zulegen – dafür braucht es aber nicht nur gute Technologien, sondern auch die entsprechenden Rahmenbedingungen.

 

Frage: Wie können wir diesem Problem begegnen? Was muss Deutschland, Bayern, Ihrer Meinung nach tun, damit wir den Anschluss nicht verpassen? Oder ist bereits alles Notwendige in die Wege geleitet?

Antwort: Aus meiner Sicht muss sich auf zwei Ebenen etwas tun. Zum einen müssen wir unsere Haltung gegenüber digitalen Innovationen überdenken. Bei vielen überwiegt immer noch eher das Misstrauen. Zum anderen müssen wir die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Die führende Position in der Automobilindustrie werden wir beispielsweise nur halten können, wenn es uns gelingt, die Mobilität der Zukunft aus Deutschland heraus zu gestalten. Dazu braucht es einen modernen Rechtsrahmen, der Innovationen erlaubt und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle fördert.

 

Frage: Um wiederum das Handelsblatt aus dem Januar 2018 zu zitieren: „16 Millionen Deutsche stehen digital im Abseits“ und „Viele Deutsche fühlen sich von der Digitalisierung überfordert und nehmen gar nicht erst an den neuen Entwicklungen teil.“ Welche Aufgaben sehen Sie bei der neuen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär? Was muss getan werden, um einerseits die Digitalisierung voranzutreiben und andererseits die Menschen „abzuholen und einzubinden“?

Antwort: Es ist gut und wichtig, dass die Regierung Mut zur Veränderung und Erneuerung zeigt. Gerade im Bereich der Digitalisierung müssen wir schnelle Fortschritte machen, um neues Innovationspotential zu entfalten. Dabei muss es um mehr gehen als nur einen schnellen Breitbandausbau. Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen für Produktinnovationen und Gründer. Das bedeutet auch, dass nicht mehr zeitgemäße Anforderungen aus dem Weg geräumt und Neugründungen erleichtert werden. Neue Geschäftsideen können Deutschland nach ganz vorne bringen. Heute scheitern sie jedoch noch zu oft an der Bürokratie.

 

Frage: Liegt die Angst vor der Digitalisierung Ihrer Meinung nach z.B. auch an der Angst vieler Menschen vor Disruption?

Digitalisierung ist in aller Munde, doch es gibt keine allgemeine Klarheit, was sich dahinter verbirgt. Aus meiner Sicht geht es bei der Digitalisierung vor allem darum, Technologie dafür einzusetzen, das Leben der Menschen besser und leichter zu machen. Natürlich bedeutet das auch Veränderung. Daher muss man viel Aufklärung betreiben. Schlussendlich haben wir es selbst in der Hand, technische Innovationen zu unser aller Vorteil zu nutzen. Das sollte uns alle ermutigen und anspornen.

 

Frage: UBER steht in der Öffentlichkeit für ein Paradebeispiel eines disruptiven Unternehmens. Das Unternehmen sah sich im letzten Jahr mit einer Reihe von Vorwürfen konfrontiert. In den USA musste der Chef und Gründer gehen. In München gab es eine Demonstration von Taxifahrern. Wie reagiert UBER, wie reagieren Sie auf die Kritik? Ändern Sie Ihre Strategie?

Antwort: Uber hat die Notwendigkeit für Veränderungen erkannt. Dies zeigen nicht zuletzt die vielen Maßnahmen, die unser CEO Dara Khosrowshahi seit seinem Antritt bereits angestoßen hat. Auch in Deutschland haben wir uns neu aufgestellt. Hier arbeiten wir seit gut drei Jahren nur noch mit professionellen Fahrern zusammen und setzen auf Wachstum durch Zusammenarbeit – Zusammenarbeit mit den Behörden, mit der Politik, mit Städten, Taxi- und Flottenbetreibern. Dieser neue Weg war wichtig für Uber, und wir werden ihn konsequent weiter verfolgen.

 

 

Erleben Sie Christoph Weigler live am 25.4.2018, ab 18 Uhr!

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Nicolas Reis: Der Dritte Sektor darf sich nicht von der Digitalisierung abhängen lassen

Herr Reis, Sie sind Gründer von Altruja – einem Anbieter von Spendentools für Online-Fundraising. Sie möchten damit Hilfsorganisationen, Vereine, Schulen, Parteien usw. helfen, Spenden zu sammeln.

 

Frage: Wie ist die Idee entstanden, Online-Fundraisingtools anzubieten und wie sind Ihre Gründungserfahrungen hier in Bayern? Welche Unterstützung – auch außerhalb institutioneller Förderprogramme – haben Sie bekommen, um Ihre Idee zu verwirklichen?

Antwort: Nachdem ich meinen MBA in Südkalifornien absolvierte, begann ich bei einer Softwarefirma im Bereich Online Payment in San Diego zu arbeiten. Dort gab es u.a. auch ein Online Spendentool. In Deutschland gab es sowas damals (2008) noch nicht, daher kam die Idee mit im „Handgepäck“ so zusagen. Die Unterstützung durch die Hochschulen (LMU, TU München und auch Strascheg Center waren) wirklich toll, sehr unbürokratisch, dazu das EXIST Gründerstipendium, das hat den Start erleichtert! Zusätzlich haben wir sehr schnell angefangen, klassische Investoren einzuwerben, u.a. den High Tech Gründerfonds, Bayern Kapital, aber auch einige namhafte Business Angel.

 

Frage: Sie sind bereits einige Jahre am Markt. Was würden Sie anderen Gründern raten? Was sind Ihre persönlichen drei Dos und Ihre drei Don‘ts?

Antwort:

DOs:

  • Progress not perfection- Nicht ewig im Elfenbeiturm überlegen, raus an den Kunden für Feedback
  • Denkt dran, alles dauert immer länger, Kunden, Investoren, Entwicklung
  • Teilt Eure Idee – Nicht ewig geheim halten, wenn man die Idee so leicht klauen kann, war sie meist Mist…

Don‘ts:

  • Das Gegenteil von allem oben:)
  • Vielleicht nicht zu viel Zeit auf allen Events verdaddeln, manchmal muss man auch klassisch „arbeiten“! 😉

 

Frage: Wie schätzen Sie den Stand der Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen ein? Sind sie bereit für die digitale Transformation? Wo besteht Ihrer Ansicht nach Aufholbedarf?

Antwort: Hier gibt es eine sehr große Schere! :(. Einige große oder junge sind da echt führend, experimentieren mit Blockchain, neuen Fintechs, sind offen.

Die große Mehrzahl ist allerdings noch völlig überfordert bzw. noch schlimmer: Viele handeln da eher nach der Vogel Strauß Taktik: Kopf in Sand, wir machen da nicht mit. Aber die Erfahrung zeigt natürlich, dass solche Organisationen es da sehr schwer haben werden, in einer agilen Welt weiter eine wichtige Rolle zu spielen.

 

Frage: Viele Startups bauen auf disruptive Geschäftsmodelle. Wie steht Altruja dazu? Wie sieht Ihre Vision der Digitalisierung aus?

Antwort: Große Frage, für dieses kleine FormatJ. So sehr viel Disruption würden unsere Kunden gar nicht vertragen. Wir sehen unsere Aufgabe eher darin, Organisationen die bisherige Disruption näher zu bringen und nutzbar zu machen. Offen gestanden muss vielleicht nicht jede Tierschutzorganisation oder Kirche morgen eine eigene Cryptowährung oder Blockchain schaffen, uns geht es vielmehr um einen offenen Umgang mit dem Thema Digitalisierung, ein Teilhaben und Mitgestalten, sonst wird man irgendwann abgehängt und das kann sich der Dritte Sektor nicht leisten (und wir uns auch nicht, dafür ist er zu wichtig! )

 

Erleben Sie Nicolas Reis live am 25.4.2018, ab 18 Uhr!

Anmeldung und weitere Infos zum Zweiten Münchner Digital Dialog unter:

http://muenchner-webwoche.de/2_digital-dialog/

 

 

 

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Pressemeldung zum Digital Dialog: Digitalisierung zwischen Disruption und Transformation

Zweiter Münchner Digital Dialog am Mittwoch, 25. April 2018

München, 12. April 2018 – Selbstfahrende Autos, gläserne Kunden, lernende Computer – der digitale Wandel hat viele Facetten. Er weckt nicht nur Hoffnungen, sondern vermehrt auch Ängste, er polarisiert und dominiert die Debatten, so wie aktuell das Datenleck bei Facebook.

Beim hochkarätig besetzten Zweiten Münchner Digital Dialog diskutieren am Mittwoch, den 25. April ein Disruptor, ein Startup und ein Marktführer über Treiber und Hemmnisse der Digitalisierung in Bayern:

  • Christoph Weigler, Deutschlandchef von UBER
  • Veronika Riederle, Gründerin von Demodesk
  • Jens Monsees, Chefdigitalisierer von BMW

Neben den Unternehmensvertretern sind mit

  • Dirk von Gehlen, Süddeutsche Zeitung
  • Prof. Dr. Gudrun Socher, Hochschule München

ausgewiesene Digital-Experten aus Forschung und Medien an Bord. Vertreter von Start-ups bringen ihre Perspektive zum Thema ein. Moderiert wird der Digital Dialog von Dr. Jessica di Bella von diva-e. Im Anschluss an die Impulsvorträge gibt es genügend Raum zur Diskussion und zum Netzwerken.

„Die Debatten über Digitalisierung sind häufig einseitig, entweder schwarz oder weiß. Wir wollen es bunt treiben und das Thema aus möglichst vielen Aspekten beleuchten: Deshalb freuen wir uns, sowohl Unternehmensvertreter als auch Experten aus Forschung und Medien dabei zu haben“, so Professor Wolf Groß, Initiator der Münchner Webwoche und des Zweiten Münchner Digital Dialogs. „Vor allem aber wollen wir allen Teilnehmenden die Gelegenheit bieten, sich zu vernetzen und ihre Ansichten zum digitalen Wandel zu diskutieren.“

Der Zweite Münchner Digital Dialog findet am Mittwoch, dem 25. April 2018, im Rahmen der Münchner Webwoche im Strascheg Center for Entrepreneurship statt.

Tickets gibt es ab 12 Euro auf www.eventbrite.de. Veranstalter des Zweiten Digital Dialogs und Initiator der Münchner Webwoche ist der Verein Isarnetz. Das offene Netzwerk der Digital- und Kreativwirtschaft in der Metropolregion München hat zum Ziel, digitale und kreative Akteure zu vernetzen, Impulse zu geben sowie den digitalen Wandel und die Zukunft interaktionistisch mitzugestalten. Unternehmen, die das Event als Sponsor unterstützen möchten, erhalten bei Isarnetz weitere Informationen.

Website und Veranstaltungen für Besucher
Besucher können sich im Eventkalender der Münchner Webwoche über alle Veranstaltungen informieren. Diese sind oft kostenlos und ohne Anmeldung.

Facebook @muenchnerwebwoche
Twitter @isarnetz

Verwendete Hashtags
#mww18
#digitaldabei

Bildmaterial

Veronika Riederle, Gründerin Demodesk, spricht über München als Standort für Tech-Startups und warum sie der Standort USA reizt.

Prof. Dr. Gudrun Socher, Hochschule München, spricht über „Glasfaser oder fliegende Autos – Digitalisierung defined“

 

Christoph Weigler, Deutschlandchef von UBER, spricht über die Revolution der Mobilität und welche Antworten der Mobilitätsanbieter liefert.

Jens Monsees, Chefdigitalisierer bei BMW, spricht über die Neu-Erfindung des Automobilherstellers und seine Ansätze für die Industrie, die fast die Hälfte aller Arbeitsplätze im Freistaat stellt.

Dirk von Gehlen, Süddeutsche Zeitung, Ratgeber zur Ratlosigkeit:Warum wir mehr ¯\_(ツ)_/¯ brauchen.

Jessica di Bella, diva-e, Moderation

 

Professor Wolf Groß, Initiator der Münchner Webwoche und des Zweiten Münchner Digital Dialogs. „Die Debatten über Digitalisierung sind häufig einseitig, entweder schwarz oder weiß. Wir wollen es bunt treiben und das Thema aus möglichst vielen Aspekten beleuchten.“

 

Über die Münchner Webwoche
Die Münchner Webwoche vernetzt die digitalen Gestalter der Metropolregion und stärkt den Technologie- und Kreativstandort München. Sie wird getragen von Münchner Organisationen und Unternehmen und maßgeblich unterstützt vom Referat für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München sowie der IHK für München und Oberbayern. Eine Woche lang veranstalten Unternehmen und Organisationen an verschiedenen Standorten in München unterschiedlichste Events – Vorträge Barcamps, Round Tables etc. Organisiert wird die Münchner Webwoche von Isarnetz und seinen Unterstützern.

Über Isarnetz
Isarnetz ist die Anlaufstelle für ein offenes, Community-getriebenes Netzwerk der Digital- und Kreativwirtschaft. Der Verein vernetzt Münchner Unternehmer, Manager, Berater, Gründer, Startups, Nerds, Kreative, Blogger, Designer, Ingenieure, Erfinder, Anwender, Entwickler und Hochschulangehörige aus den Bereichen Internet, Medien, IT- und Telekommunikation. Isarnetz setzt sich für die Vision von München als Social City ein, einer wirtschaftlich, kreativ und kulturell lebendigen sozialen Stadt, die Vorreiterin der digitalen Wirtschaft ist. Die Vernetzung der verschiedenen Zweige der Digital- und Kreativwirtschaft, insbesondere der Social Media-, Gründer-, Medien- und IT-Szene mit der klassischen Wirtschaft sowie den Hochschulen und Forschungseinrichtungen, ist ein besonderes Anliegen. Die Arbeit unterstützen können Förder-, ordentliche und Nicht-Mitglieder, die sich für die gemeinsame Vision einsetzen.

Ansprechpartner
Isarnetz
Prof. Wolf Groß
+49 89 – 527 789
wolf.gross@isarnetz.com
www.isarnetz.de

momentum communication
Dr. Hans-Wilhelm Eckert
+49 89 – 12267544
eckert@momentum-com.de
www.momentum-communication.com

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Dirk von Gehlen: Macht der Internet-giganten nicht gottgegeben

Herr von Gehlen, wir freuen uns sehr, dass sie beim 2. Münchner Digital Dialog dabei sein werden. Sie leiten die Abteilung Social Media / Innovation Bei der Süddeutschen Zeitung und befassen sich mit der digitalen Transformation von Kultur, Gesellschaft und Unternehmen. In allen Social Media-Kanälen sind sie „early adopter“, auf Twitter beispielsweise sind Sie bereits seit 2007. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, das Digitale treibt Sie um.

Frage: Wie steht es denn um die digitale Transformation in Bayern? Wir haben nun den „Masterplan BAYERN DIGITAL II“, der von 2018 bis 2022 die Digitalisierung vorantreiben soll. Also endlich Glasfaser, endlich WLAN-Hotspots – auch in Schulen, endlich die Förderung von 5G Forschungs- und Entwicklungsprojekten, und so weiter und so fort. Mal ehrlich: hat die bayerische Politik die Digitalisierung nicht in den letzten Jahren völlig verschlafen?

Antwort: ¯\_(ツ)_/¯

Im Ernst: Die Digitaldebatte wird gerne und oft in Extremen geführt. Zwischen „total verschlafen“ und „Marktführer“ scheint es wenig zu geben. Ich bin aber der Meinung: Genau dort beginnt Politik.

 

Frage: Was muss Ihrer Meinung nach jetzt sofort passieren, damit wir hier in Bayern nicht den Anschluss an die anderen, innovativeren Länder komplett verlieren?

Antwort: Ich fände es schön, wenn wir den Menschen, die sich im Digitalen heimisch fühlen, die gleiche Förderung und Wertschätzung entgegen bringen wie jenen, die offline leben. Damit kann jede und jeder bei sich beginnen und die Politik kann dann weitermachen.

 

Frage: In Ihrem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ regen Sie dazu an, dass wir unsere eigenen Denk- und Verhaltensmuster hinterfragen. Mit dem Emoticon „Shruggie“ illustrieren Sie die Ratlosigkeit, die uns manchmal auch Angesichts dieses komplexen Gebildes „Internet“ befällt. Einerseits wollen und brauchen wir mehr Digitalisierung, andererseits überfordert sie uns hier und da. Wie gehen Sie mit dieser Ambivalenz um und wie sollten wir das Ihrer Meinung nach tun?

Antwort: Gemeinsam mit dem Shruggie wünsche ich mir, dass wir bereit sind, uns verstören zu lassen, das bedeutet vor allem: dass wir bereit sind, uns auf Neues einzulassen. Denn das ist das Ziel des Buches: Gründe aufzuzeigen, warum ein gelassener Umgang mit dem Neuen sinnvoll ist.

 

Frage: Herr von Gehlen, Sie wollen Deutschlands größten Brauchtumsverein gründen: Einen Verein für Menschen, deren Heimat das Internet ist. Einen Verein, der sich um die digitale Volkskultur bemüht und deren Förderung einfordert. Die Debatten der vergangenen Monate um Netzneutralität und Verlinkung einerseits sowie über Nationalismen und Hate Speech andererseits zeigen: Das Internet, das vielen Menschen Heimat ist, verdient Schutz und Pflege!

Ein Heimatsministerium haben wir ja bereits.

Also: Ernster Spaß oder ernster Ernst?

Antwort: Als das Familienministerium gegründet wurde, verstand man unter Familie auch etwas anderes als heute. Ich finde es nur legitim darüber nachzudenken, was Heimat im digitalen Zeitalter heißen kann. Ich habe dazu einen Vorschlag gemacht.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/was-ist-heimat-heimat-ist-wenn-sich-das-wlan-automatisch-verbindet-1.3836110

 

Frage: Noch eine letzte Frage aus aktuellem Anlass: Sie, als „Digital Native“, sind offen für alles rund um das Internet. Wie wichtig ist für Sie der Datenschutz? Nun kommt ja die EU Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) im Mai dieses Jahres. Die Geschehnisse rund um Cambridge Analytica und Facebook wurden in allen wichtigen Medien und Social Media-Kanälen diskutiert. In einem Interview mit t3n Anfang des Jahres sagen Sie, dass „ein Dienst wie Facebook an Bedeutung verlieren kann. Auch wenn es gerade nicht so aussieht.“

Haben Sie Ihre Meinung dazu geändert?

Antwort: Die Macht der großen Internetkonzerne Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft – häufig als GAFAM zusammengefasst – ist nicht gottgegeben. Ich glaube, dass das Internet als dezentrales Netzwerk eine großartige Erfindung ist. Es lohnt sich, sich für ihren Erhalt zu engagieren und für Dinge einzutreten, die wichtig sind für eine Gesellschaft. Deshalb glaube ich fest daran, dass wir in den nächsten Jahren das Aufkommen einer digitalen Zivilgesellschaft erleben werden.

 

Erleben Sie Dirk von Gehlen live am 25.4.2018, ab 18 Uhr!

Anmeldung und weitere Infos zum Zweiten Münchner Digital Dialog unter:

http://muenchner-webwoche.de/2_digital-dialog/

 

 

 

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Jens Monsees: Rennen um die Digitalisierung in Automobil-industrie noch offen

„Es genügt nicht, für das autonome Fahren einfach eine Box aufs Dach zu schrauben“, sagte Jens Monsees, Leiter Digitalisierungsstrategie der BMW Group jüngst in der computerwoche.de. „Das Bauen von Autos ist ein hochkomplexer Prozess und man hat in jüngster Zeit gesehen, dass sich Firmen, die nicht aus der Automobilbranche stammen, damit durchaus schwertun. […] Digitale Dienste und Softwarelösungen im Auto erfordern eine Tiefenintegration ins Fahrzeug“. Das können die klassischen OEMs, allen voran BMW, nach Ansicht von Monsees sehr gut.

Wir freuen uns, dass Jens Monsees mit diesem klaren Statement gegen den Abgesang auf die klassische Automobilindustrie auf dem Zweiten Münchner Digital Dialog dabei ist. Er stellt sich mit seiner Sicht Christoph Weigler, dem Deutschlandchef von UBER und Veronika Riederle, Gründerin und Geschäftsführerin von Demodesk.

Erleben Sie Jens Monsees live am 25.4.2018, ab 18 Uhr!

Anmeldung und weitere Infos zum Zweiten Münchner Digital Dialog unter:

http://muenchner-webwoche.de/2_digital-dialog/

 

Das ganze Interview mit Jens Monsees ist hier zu lesen: „Wir lösen uns von starren Hierarchien“, https://www.computerwoche.de/a/wir-loesen-uns-von-starren-hierarchien,3330082