Raus aus der Gaming- und Kunstinstallationsecke und rein in den öffentlichen Bereich

v. ln. Laura Foltin, Franziska Haas Zweitplatzierte des Immersive Computing Hackathon im Rahmen der Münchner Webwoche 2015

Die Produktdesignerin Laura Foltin und die Usability Engineer & Konzeptentwicklerin Franziska Haas erreichten den Zweiten Platz des Immersive Computing Hackathon, einem gemeinsamen Event des Strascheg Center for Entrepreneurship, des Bayerischen Filmzentrums, Transmedia Bayern, Deexperio und Isarnetz im Rahmen der Münchner Webwoche 2015. Ihre Kinetic Anwendung soll unnötige Zweitaufnahmen bei der Aufnahme von Röntgenbildern verhindern. (Auf dem Bild: von links: Laura Foltin, Franziska Haas)

MWW: Kurz zu Euch: wer seid Ihr, was macht Ihr und wie kamt Ihr zu der Idee für Eure Anwendung?

FH: Nach meinem Maschinenbau und Industriedesign Studium arbeite ich nun bei der Münchner Agentur designaffairs als Konzeptentwicklerin und Usability Engineer.

LF: Ich bin in meinem letzten Semester des Masters in Produktdesign und arbeite nebenher als Werkstudentin bei designaffairs in Erlangen.

LF & FH: Über unseren Hintergrund in Design und Engineering waren wir bereits mit dem Thema VR, AR und Mixed Reality vertraut. Zudem war unser Ziel, sich mit einem Kontext auseinanderzusetzen, in welchem VR nicht rein spielerisch eingesetzt wird, sondern darüber hinaus einen gesellschaftlichen Mehrwert schafft.

FH: Weil ich derzeit beruflich in ein medizintechnisches Projekt involviert bin, bin ich bereits mit dem Kontext Röntgen vertraut.

MWW: Wie funktioniert und welche Chancen bietet Eure Anwendung, um das Einsatzgebiet auszuweiten?

LF & FH: Die Kinect wird im Röntgenraum platziert und erkennt die Position des Patienten. Über einen verbundenen Bildschirm kann der Patient selbst erkennen, ob er richtig liegt. Sobald er die nötige Stellung eingenommen, hat löst das Röntgengerät aus. Das direkte Feedback an den Patienten unterstützt die korrekte Ausführung des Röntgens und gewährleistet Stressminderung bei Fachpersonal und Patient, da letzterer nicht länger als notwendig in einer unangenehmen Position verharren muss.

Chancen sehen wir in der verminderten Anzahl an Röntgenaufnahmen und somit einer geringeren Strahlenbelastung für den Patienten. Das Krankenhaus hat durch die geringe Anzahl an Röntgenaufnahmen niedrigere Kosten.

MWW: Im Mittelpunkt des Immersive Computing Hackathons standen die Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality. Welches Potential seht Ihr in München in diesem Bereich?

LF & FH: Raus aus der Gaming- und Kunstinstallationsecke und rein in den öffentlichen Bereich. Ein Beispiel aus Nürnberg: dort gibt es in der Nähe des Hauptbahnhofes Bildschirme, über die mittels Gestensteuerung in der digitalen Zeitung geblättert werden kann. Dabei ist die Sicherheit gegen Vandalismus besser als bei Tastaturen. Das berührungslose Interface ist außerdem hygienischer. Oder beispielweise auch Anwendungen in der Industrie und dem Bildungsbereich. Es gibt viel Potential VR, AR, MR einzusetzen, um unser Leben zu bereichern.

MWW: Welchen Beitrag kann ein Format wie die Münchner Webwoche aus Ihrer Sicht dazu leisten, München als Standort der Digitalwirtschaft weiter zu stärken?

LF & FH: Die Münchner Webwoche schafft ein Bewusstsein für neue Technologien und zeigt auf, was sich in der Branche gerade bewegt. Sie hilft außerdem, Themen wie VR, AR MR einer größeren Zielgruppe bekannt zu machen und Einsatzgebiete für den Alltag aufzuzeigen. Des Weiteren wird der Wissensaustausch der verschiedenen Branchen in München angeregt.

MWW: Wie geht es für Euch weiter? Was macht Ihr gerade und werdet ihr weiterhin Anwendungen in Virtual-, Augmented- oder Mixed-Reality entwickeln?

LF & FH: Wir werden uns weiterhin mit dem Thema VR, AR und MR beschäftigen. In unserem Berufsalltag treffen wir regelmäßig auf neue Einsatzmöglichkeiten. Gerade im Automobilbereich gibt es derzeit viele Entwicklungen in diese Richtung.

Danke allen Mithelfern, dass ihr diese Veranstaltung möglich macht!