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5 ½ Fragen an Albert Brenner

diva-e gehört zu den führenden Digitalagenturen Deutschland und unterstützt die Münchner Webwoche als Sponsor und mit eigenen Veranstaltungen. Wir haben Geschäftsführer Albert Brenner in unseren 5 ½ Fragen um Eindrücke in die Münchner Digitalszene und wirtschaftliche Realität der Digitalisierung gebeten.

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Year of the Monkey: Rückblick

Ende April stand die „Year of the X“-Konferenz mit Festival-Charakter rund um Digitalisierung und Innovation passend zum chinesischen Kalender im Zeichen des Affen. Der Affe gilt als wendiges Tier, daher bietet sich das Year of the Monkey an, seinen Horizont zu erweitern und die eigenen Projekte zu forcieren. Nach dem chinesischen Horoskop sind Lebensfreude und unerwartete Veränderungen in diesem Zeitraum besonders wahrscheinlich.

Year of the Monkey: Begrüßung

Veranstalter Markus von der Lühe bei der Begrüßung und seinem Vortrag „YOTM: The Age of Experimentation” (Bild: ©vonengels.com)

Im Münchner Backstage startete um neun Uhr die Vortragsreihe der Konferenz, dessen Beiträge auf 15 Minuten begrenzt waren. Die Besucher konnten sich jederzeit zwischen zwei parallellaufenden „Streams“ entscheiden. Die bunte Auswahl der Sprecher bot für jeden ein passendes Angebot. Vertreter von großen Unternehmen, wie Tesla, Siemens und Audi wechselten sich mit einem Base-jumpenden Arzt aus Australien oder Neurowissenschaftlerinnen ab. Der Australier zeigte beispielsweise, wie sich Storytelling seit den 90ern durch bessere Kameras, Drohnen und soziale Netzwerke immer weiter verändert hat.

Weitere Highlights waren Adam „Smiley“ Poswolsky, der in seiner Keynote über „The future of work: Millennials and Meaning in the Workplace“ gesprochen hat und der Workshop zum Thema “Prototyping”. Darin sollten die Teilnehmer der Konferenz Prototypen für eigene Apps entwickeln und mussten in einzelnen Teams (jeweils 2-6 Personen) drei zufällig gezogene Funktionen passend in einem Produkt vereinen. Am Ende durften drei Gruppen ihr Ergebnis vorstellen. Wer zwischen den Vorträgen und Workshops eine kleine Pause wollte, konnte im Touch-Tech Room neue Technologien ausprobieren. Von Drohne über 3D-Drucker bis hin zur Sprechsteuerung war dort alles dabei. Am Abend klang der Tag schließlich mit einem australischen BBQ und interessanten Gesprächen aus.

Year of the Monkey: Keynote

Adam „Smiley“ Poswolsky bei seiner Keynote „The future of work: Millennials and Meaning in the Workplace“ (Bild: ©vonengels.com)

Year of the Monkey: Hauptbühne

Die Hauptbühne von YOTM in der Eventlocation Backstage (Bild: ©vonengels.com)

5einhalb Fragen an: Dr. Wieland Holfelder, Leiter des Google Entwicklungszentrums in München

[„5einhalb Fragen an…“ ist ein festes Format dieses Blogs. Wir wollen den Gestaltern der Digitalwirtschaft Bühne und Forum zugleich sein. Die Interviewreihe unterstützt dieses Ziel, indem sie Persönlichkeiten aus dieser Szene vorstellt.]

Google unterstützt die Münchner Webwoche 2015 als Bronze-Sponsor und steuert daneben eine eigene Veranstaltung bei. Dr. Wieland Holfelder ist seit 2008 bei Google Germany GmbH als Leiter des Google Entwicklungszentrums in München mit momentan etwa 200 Entwicklern tätig. Vor Google war Dr. Holfelder für Mercedes-Benz Research and Technology North America, Inc. in Silicon Valley tätig, zuletzt als Vice President und Chief Technical Officer.

MWW: Erzählen Sie uns von einem Projekt rund um das Thema Digitales, das Sie in München so richtig begeistert hat.

WH: Ganz klar das Projekt M-WLAN. Die Idee dahinter ist einfach klasse. Jedem Münchner und Besuchern kostenloses und frei zugängliches Internet zu Verfügung zu stellen, ist der nächste Schritt in der Digitalisierung. So kann man einfach auf Informationen zugreifen, übrigens ja auch das Ziel von Google: Informationen für alle zu jeder Zeit zugänglich zu machen. Idealerweise sollte das Projekt aber noch erweitert werden, um nicht nur an wenigen zentralen Orten, sondern beispielsweise auch in U- und S-Bahnen genutzt werden zu können.

MWW: Welches digitale Potenzial schlummert in München, das wir noch nicht oder noch nicht vollständig geweckt haben?

WH: Wenn es um Vernetzung und Digitalisierung in Deutschland geht, wird hauptsächlich über Berlin gesprochen. Aber auch hier in München passiert sehr viel! Die Initiative “Bayern Digital 3.0” zum Beispiel setzt hier die richtigen Impulse, und zeigt, dass es auch der hiesigen Politik ernst damit ist, Bayern und München zur digitalsten Region in Deutschland zu machen. Mit den Investitionen in den Breitbandausbau oder auch der Förderung von digitalen Projekten wird hier die richtige Grundlage geschaffen, davon können Unternehmen und Startups profitieren und darauf weiter aufbauen.

MWW: Wie kann man aus Ihrer Sicht München als lebendigen Standort der Digital- und Kreativwirtschaft weiter stärken?

WH: Ich denke, man könnte hier zunächst mal ruhig etwas selbstbewusster auftreten, frei nach dem Motto: “tue Gutes – und sprich darüber”! Es gibt so viele positive Aktivitäten im Bereich Entrepreneurship, gerade im digitalen Bereich. Aber: es wird sehr wenig darüber in der lokalen Presse berichtet, daher fehlt die Strahlkraft dieser Aktivitäten. Warum gibt es in den Zeitungen keine feste Seite für die Münchner Szene der Digital- und Kreativwirtschaft oder auch allgemein zu Entrepreneurship? Es gibt unendlich viele Erfolgsgeschichten, die müssen aber auch erzählt werden.

MWW: Welchen Beitrag kann ein Format wie die Münchner Webwoche aus Ihrer Sicht dazu leisten?

WH: Die Webwoche bringt viele einzelne und zum Teil sehr unterschiedliche Akteure an einen Ort zusammen. Das fördert den Austausch der digitalen Szene und erhöht außerdem deren Sichtbarkeit. Das kann gerade Einzelnen Mut machen, sich in diesen Bereichen weiterzubilden oder selbst als Entrepreneur aktiv zu werden.

MWW: Welche Veranstaltungen planen Sie zur Münchner Webwoche 2015?

WH: Wir veranstalten einen Startup Roundtable bei uns im Münchner Google Entwicklungsbüro. Hier bringen wir Münchner Startups an einen Tisch mit Googlern, die teilweise auch bereits selbst erfolgreich gegründet haben, sowie Experten für Startup-relevante Themen sind. So bieten wir die Möglichkeit zum direkten Austausch und zur Diskussion über die Herausforderungen für Startups im digitalen Umfeld oder über die Unterstützung junger Technologie-Unternehmen.

MWW: Und nun die „halbe“ Staffelfrage: Von welcher Persönlichkeit der digitalen Szene in München würden Sie an dieser Stelle gerne 5einhalb Antworten lesen?

WH: Mich würden die Antworten von Ilse Aigner, Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie sehr interessieren. Oder auch von Andreas Bechtholsheim, der zwar kein Münchner ist, aber immerhin in Bayern am Ammersee geboren wurde. Bechtholsheim war übrigens derjenige, der Larry Page und Sergey Brin ihren ersten Scheck ausgestellt hat. Damit wurde 1998 die Google Inc. gegründet. So einen Scheck würde wohl jeder gerne mal unterschreiben.

MWW: Vielen lieben Dank!